Die Wiederverwendung alter Materialien für den Baubereich wird seit einiger Zeit auch hierzulande praktiziert. Neben dem kulturhistorischen Wert ist solch eine Rückgewinnung auch ökologisch sinnvoll.
Lange Zeit wurden beim Abriss eines Gebäudes alle Materialien unwiederbringlich zerstört. Privatleute und Antikhändler suchten schon immer in den Trümmern nach alten Haustüren, Fenstergittern, Waschbecken oder Backsteinen. In den letzten Jahren wurden in zunehmendem Maße alte Gebäude saniert, wobei es häufig den Bauherren ein Anliegen ist, dem Haus seinen historischen Charakter wiederzugeben. Das gelingt am besten mit den Baustoffen, die bei der Entstehung des Hauses verwendet wurden. Historische Baumaterialien stehen seitdem im Mittelpunkt des Interesses von Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, bei Abrisshäusern Schritt für Schritt vorzugehen, um auf diese Weise wertvolles Baumaterial zurückzugewinnen.
Damit hielt die Rückbesinnung auf alte Werte und traditionelle handwerkliche Fähigkeiten Einzug in das Baugewerbe. Weiterhin wurde das Recycling der Baumaterialien im Zuge der Umweltbewegung gefördert, um die Ressourcen zu schonen. Als historische Baustoffe gelten Materialien wie Holz, Metall, Natursteine oder Keramik, die vor oder während der Industrialisierung bis etwa zum Jahr 1940 produziert wurden. Sie werden in der Regel bei Abbrucharbeiten von Fachfirmen geborgen. Unikate wie ein Stallfenster sind sehr begehrt und werden direkt vom Lager oder im Internet zum Kauf angeboten. Werden sie in ein restauriertes Gebäude oder einen Neubau eingefügt, strahlen sie ein gewisses Maß an Exklusivität aus, vor allem, wenn sie schon ein paar Jahrhunderte alt sind.
Zu dem Angebot gehören Terrazzoböden, historische Gartenzäune, Parkettböden, Feldsteine, Dachziegel oder Feldbrandsteine, die sich ihre besondere Patina erhalten haben. Da antike Baustoffe in der Regel nicht preisgünstig sind, sollten sie im Fachhandel erworben werden. Diesem stehen bei der Expertise bestimmte Verfahren zur exakten Altersbestimmung zur Verfügung. Die Fachbetriebe sind auch in der Lage, zum Beispiel historische Haustüren den modernen Erfordernissen anzupassen und gleichzeitig ihren ursprünglichen Charakter zu erhalten. So können sie weitere Jahrzehnte ihre Geschichte erzählen.