Gebärdensprache erlernen: eine umfangreiche Sache

Die Gebärdensprache zu erlernen, ist nicht ganz einfach. Aufgrund der vielen Worte ergeben sich nämlich zahlreiche Gebärden. Es werden aber auch an Volkshochschulen Seminare zum Erlernen angeboten.

Die Gebärdensprache ist eine eigenständige, visuell wahrnehmbare Sprache, die grundsätzlich von gehörlosen Menschen genutzt wird. Diese Sprache besteht aus kombinierten Zeichen, die vorwiegend mit den Händen, aber auch mit der Körperhaltung und der Mimik, kommuniziert wird. Auch hörende Menschen können die Gebärdensprache erlernen. Es werden zahlreiche Kurse, auch an Wochenenden, angeboten, um sich die Gebärdensprache anzueignen. Teilweise werden einmalige Wochenendkurse angeboten, um die 100 wichtigsten Gebärden zu erlernen. Viele Landesverbände bieten in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Lernkurse an. Auch an Universitäten und in Online-Lehrkursen werden entsprechende Seminare angeboten. In den Online-Kursen sollte darauf geachtet werden, dass die Mimik und Hände erkennbar sind. Auch gut illustrierte Bücher können zumindest die Grundlagen der Gebärdensprache erläutern oder als Nachschlagewerk dienen. Der Aufwand und der Umfang des Erlernens sind mit dem einer Fremdsprache vergleichbar. Das Alphabet und die wichtigsten Begriffe der Gebärdensprache lassen sich recht schnell lernen. Doch bevor man flüssig die Gebärdensprache beherrscht und andere Gebärdende versteht, bedarf es sehr viel Übung. Die Gebärden entsprechen nämlich Worten, wodurch sich eine große Vielzahl an Gebärden ergibt. Die Gebärden sind also nicht mit Buchstaben vergleichbar und besitzen auch kein Alphabet. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich durch die regionalen Unterschiede. Hinzu kommt, dass die gleiche Gebärde mit einer anderen Mimik eine völlig andere Bedeutung haben könnte. Das häufig genutzte Fingeralphabet wird getrennt von der herkömmlichen Gebärdensprache benutzt. Es kann lediglich als eine Art Verbindung zwischen der Lautsprache und der Gebärdensprache angesehen werden.

Aufgrund der Schwierigkeit ist es natürlich nicht einfach, das Erlernte zu behalten, wenn man die Gebärden nicht regelmäßig praktiziert. Gegebenenfalls kann ein Gebärdendolmetscher bei Schwierigkeiten in der Verständigung weiterhelfen. Trotz allem sollte man regelmäßig das Erlernte im Alltag einsetzen, denn sonst war die ganze Mühe umsonst.